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Hanse Sail Rostock 2022

In Rostock spricht man von "Rückkehr zu alter Stärke" und bezeichnet sich selbstbewusst als "größtes Traditionsseglertreffen der Welt". Welche Kriterien hier als Maßstab dienen, sei mal dahin gestellt. Was man den Rostocker Organisatoren auf jeden Fall bescheinigen kann, ist der Wille, eine traditionsreiche Veranstaltung neu zu beleben und stetig weiter zu entwickeln. Und so werden neue Erlebnisbereiche, vor allem solche in Warnemünde, im Fazit zu dieser Hanse Sail besonders hervorgehoben. Wer diese alle einmal besuchen wollte, hatte vier Tage lang sehr viel zu tun.

Hanse Sail Rostock 2022

Hanse Sail Rostock 2022

Mitsegeln in Rostock

Mitsegeln in Rostock

Dampfeisbrecher "Stettin"

Dampfeisbrecher "Stettin"

Die Hanse Sail Rostock ist leider nicht (mehr) die Veranstaltung für die ganz großen Rahsegelschiffe. Die großen Segelschulschiffe aus Russland, die hier immer eine Attraktion waren, werden sehr vermisst. Ein inzwischen sehr treuer Gast ist die "Dar Mlodziezy". Sie belegte zusammen mit dem deutschen Segelschulschiff "Gorch Fock II" den Passagierkai in Warnemünde und bot auch begehrte Ausfahrten für Segelgäste an. Im Marinestützpunkt lag außerdem das polnische Schulschiff "Iskra II", als Gast gut angekündigt, aber dann doch weitgehend nicht sichtbar, wenn man den längeren Weg nach "Hohe Düne" nicht zurücklegen wollte.

Die Deutsche Marine nutze als jahrelanger Partner der Hanse Sail Rostock die Veranstaltung für mehrere öffentlichkeitswirksame Präsentationen. Endlich konnte wieder einmal die überholte "Gorch Fock II" besichtigt werden und die Kadetten ließen es sich auch nicht nehmen, nach einem Segeltag die Rahsegel erst im Hafen unter Beobachtung vieler Hanse Sail Besucher aufzuklaren. Ich empfand das als ein sehr geschicktes Manöver für mehr Aufmerksamkeit. Danke!

Kadetten auf der "Gorch Fock II"

Kadetten auf der "Gorch Fock II"

"Gorch Fock II" am Passagierkai

"Gorch Fock II" am Passagierkai

Wann war eigentlich das letzte Koggentreffen?

In Warnemünde konnte wer wollte einige tolle Ausfahrten der Hansekoggen beobachten. Für sie war der Wind an mehreren Tagen ideal, um unter vollen Segeln an den Molenköpfen vorbei zu segeln. Mit dabei waren die "Ubena von Bremen", die "Hanse-Kogge" aus Kiel, die "Wissemara" und die Pommernkogge "Ucra".

Was ich jedoch ein wenig vermisste war ein abgestimmtes Bild der mittelalterlichen Schiffe auf der Warnow oder sogar auf der Ostsee. Diese Bilder gibt es wohl nur bei reinen Koggentreffen? Das letzte dieser Art liegt leider schon lange zurück. Was spricht aber dagegen, dafür die Hanse Sail Rostock zu nutzen? Vier Kapitäne müssten sich abstimmen. Und man braucht dafür auch nicht auf die Organisation durch die Veranstalter warten. Ich bin mir sicher, dass mitsegelnde Fahrgäste begeistert wären und ein Foto auf allen Titelseiten der Presse wäre wohl garantiert. Wer ergreift nächstes Jahr die Initiative?

Pommernkogge "Ucra"

Pommernkogge "Ucra"

Hansekogge "Ubena von Bremen"

Hansekogge "Ubena von Bremen"

Den Auftakt der Hanse Sail in Rostock machten wie in den vergangenen Jahren die Haikutter mit einer eigenen Veranstaltung in Nysted und einer Regatta über die Ostsee. Auch in diesem Jahr gab es die Haikutterregatta. Und es gehört (leider) auch schon zur Tradition, dass der Wind oft nicht ausreicht, um bei der Regatta Rostock nur unter Segeln zu erreichen. Es waren Haikutter auf der Hanse Sail. Leider lagen diese sehr verstreut und wurden auch nicht auf dem Wasser gemeinsam präsentiert. Das ist aus meiner Sicht eine vergebene Chance für mehr Aufmerksamkeit, die vor allem die deutschen unter der Richtlinie für Traditionssegelschiffe betriebenen Segelschiffe sehr brauchen. Jahrelange Repressalien durch deutsche Behörden haben allerdings inzwischen dazu geführt, dass die Kutter heute vielfach nicht mehr zu den deutschen Traditionsschiffen gehören, sondern vollkommen privat segeln, solange es noch geht.

Haikutter vor Warnemünde

Haikutter vor Warnemünde

Haikutter ohne Wind

Haikutter ohne Wind

Haikutterregatta

Haikutterregatta

Diese Hanse Sail wird als eine Sonnen-Sail in Erinnerung bleiben. Sonne satt, aber auch guter Wind zum Segeln lockte die Segelschiffe mit ihren Gästen aufs Wasser vor Warnemünde. Es sollen wieder etwas mehr als 100 Segelschiffe aus sieben Ländern in Rostock gewesen sein. Wie schon im letzten Jahr habe ich vor allem solche Schiffe wahrgenommen, die Gästefahrten anbieten, allen voran die niederländische Flotte. Die Hanse Sail Rostock ist bekannt dafür, dass sehr viele der teilnehmenden Segelschiffe mehrere Gästefahrten pro Tag unternehmen. Im Vordergrund steht, mit den Fahrten Geld für den Unterhalt der Schiffe zu verdienen.

Ein viel beachteter Gast war in diesem Jahr die Brigg "Roald Amundsen". Sie lieferte sich am Sonntag ein Match Race mit dem 3-Mast-Toppsegelschoner "Thor Heyerdahl".

Die Veranstalter der Hanse Sail Rostock stellen fest, dass die Anziehungskraft der Segelschiffe auf die Menschen ungebrochen ist. Dann stellt sich aber die Frage, was getan wird, damit Segelschiffe die Hansestadt besuchen. Welches der Segelschiffe wird auch in den kommenden Jahren die Hanse Sail in Rostock ansteuern? Es gab auch in diesem Jahr das bewährte Betreuerkonzept: ein direkter Ansprechpartner für jedes größere Segelschiff. Unverzichtbar! Damit jedoch in Zukunft wieder größere Schiffe in den Hafen kommen, müssen für sie und die Besucher Kaikanten zugänglich gemacht werden. Wo sollen zukünftig Großsegler anlegen? Hier ist aus meiner Sicht nichts getan worden. Und müssen wir in Zukunft fürchten, dass Grundberührungen im Stadthafen zunehmen, weil der Stadthafen immer weiter verschlammt?

In diesem Jahr fehlten mir aber vor allem die "Erlebnisbereiche" auf dem Wasser. Gästesegeln ist wichtig und ein Markenzeichen der Veranstaltung, aber es gibt so viel mehr, was wir auch in Rostock in den früheren Jahren schon erleben durften.

Ausfahrt des Loggers "Ryvar"

Ausfahrt des Loggers "Ryvar"

Segler auf "Roald Amundsen"

Segler auf "Roald Amundsen"

Schoner "Joanna Saturna"

Schoner "Joanna Saturna"

Tjalk "Engelina"

Tjalk "Engelina"

Ein Höhepunkt war in diesem Jahr auf jeden Fall ein Besuch auf dem Warnemünder Leuchtturm.

Hanse Sail Rostock

Wo fotografieren Sie auf der Hanse Sail Rostock Segelschiffe?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein!

Für ein gelungenes Segelschiffsfoto ist es ausgesprochen wichtig, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Folgende Tipps beschreiben, wo Sie auf der Hanse Sail Rostock Segelschiffsfotos machen können.

Welche Bildidee verfolgen Sie?

Sie verfolgen sicher eine bestimmte Bildidee. Fotos sollen oft einen bestimmten Zweck erfüllen. Meine Fotos sind vorwiegend für die Datensammlung tallship-fan bestimmt. Man könnte sie als Passbilder betrachten oder als PinUps. Geneigte Schiffsliebhaber nennen sie auch gerne mal Kapitänsbilder. Es geht um das Schiff in einer Seitenansicht oder leicht von vorn, das Schiff möglichst unter vollen Segeln und formatfüllend im Bild.

Ich empfehle planvolles Vorgehen!

Für manchen von uns mag es gerade reizvoll zu sein, sich treiben zu lassen, einfach mal hinzugehen und dann zu schauen, welche Segelschiffe sich zeigen. Manchmal mache ich das auch, aber meistens plane ich mein Vorgehen. Ich prüfe zum Beispiel das Programmheft und die Website der Hanse Sail Rostock. Meistens schreibe ich mir die Namen der interessantesten Segelschiffe auf einen kleinen Zettel als Checkliste.

Auf welchem Liegeplatz startet ein Segelschiff?

Sie sollten auf jeden Fall den Lageplan der Veranstaltung prüfen, besonders dann, wenn Sie noch nie in Rostock waren.
Sehr viele Liegeplätze befinden sich im Stadthafen von Rostock, einige im Fischereihafen in Rostock-Marienehe, wenige auch in Warnemünde am Passagierkai, in der Yachthafenresidenz "Hohe Düne" und bei der Marine im Stützpunkt.
Im Stadthafen habe ich besonders in den Abendstunden schon viele Galionsfiguren fotografiert. Marienehe ist als Industriehafen aus meiner Sicht optimal für ein "Dampfschifftreffen". Am Marinestützpunkt liegen oft die Segelschulschiffe anderer Nationen.

Eine Position mit Weitblick...

... ist auf jeden Fall der Warnemünder Leuchtturm. Der geringe Eintrittspreis lohnt sich. Man kann auf zwei Höhen die Hafeneinfahrt bis zum Passagierkai beobachten. Lange Brennweiten für die Objektive an der Kamera sind aber sehr zu empfehlen!

...oder doch lieber nahe dran?

Gehen Sie zu den Molenköpfen in Warnemünde! Morgens und vormittags Ostmole, nachmittags Westmole. Der Wechsel mit der Fähre kostet aber mindestens 1 Stunde Zeit und kann wegen des häufigen Gedränges mit anderen Besuchern Umwege kosten. An der Mole erwarte ich die Segelschiffe, die vom Stadthafen aus zu einer Tagesfahrt starten und hier vorbei müssen. Mit einem guten Objektiv ausgerüstet ist es auch einfach, auf See hinaus zu fotografieren. Dabei hat man einen festen Stand an Land oder nutzt auch mal ein Stativ für verwacklungsfreie Aufnahmen.

Mit dem Boot auf der Warnow

Mindestens einmal pro Hanse Sail fahre ich mit einem Fahrgastschiff vom Stadthafen nach Warnemünde. Die S-Bahn wäre vielleicht schneller, aber so muss ich das Wasser nicht verlassen, immer auf der Suche nach einem guten Motiv. Je nach Wetter setzen die Segelschiffe bereits auf der Warnow Segel oder kommen unter Segeln den Fluß hinauf. Man sieht auch Dienstfahrzeuge, zum Beispiel die Schlepper oder ich höre dem Schiffsführer bei seinen Erzählungen zu. Sie sind immer gut informiert, was am Wasser passiert.

Nutzen Sie AIS Tracker!

Mit Hilfe von AIS-Trackern kann die Position von Schiffen, die Geschwindigkeit und der Kurs abgelesen werden. Diese Informationen stehen auch mobil zur Verfügung, sodass Sie an der Kaikante Aufnahmen vorbereiten können.

Mitsegeln!

Kein Geheimnis: Rostock ist ein optimaler Hafen, um an Bord eines der Segelschiffe zu gehen und eine Ausfahrt zu genießen. An der Ostsee braucht man dafür keine Schleusen und auch die Revierfahrt auf der Warnow bietet Motive. Welches Segelschiff Sie dafür nehmen, wäre ein eigenes Thema. Ich bevorzuge eine lange Ausfahrt auf einem wendigen Segelschiff, wo man sich an Deck auch bewegen kann. Aus Erfahrung weiß ich inzwischen auch, welche Schiffsführer den Trubel auf dem Wasser meiden, den ich ja eher suche und wer nach Möglichkeit nicht nur ein Alibi-Segel setzt. Segelnde Schiffe sind auch bei Wind und Wellen ruhiger, was das Fotografieren unterstützt.